20.11.2019 / komba gewerkschaft nrw

Gute-Kita-Vertrag für NRW: Wichtige Investitionen in die Qualität

Sylvia Steinhauer-Lisicki (Johanniter), Prof. Dr. Christina  Jasmund (Hochschule Niederrhein Sozialwesen), Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, NRW-Familienminister Dr. Joachim Stamp und Sandra van Heemskerk (komba). (v.l.n.r.) © komba gewerkschaft nrw
Sylvia Steinhauer-Lisicki (Johanniter), Prof. Dr. Christina Jasmund (Hochschule Niederrhein Sozialwesen), Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, NRW-Familienminister Dr. Joachim Stamp und Sandra van Heemskerk (komba). (v.l.n.r.) © komba gewerkschaft nrw

Quantitativ hat sich in der Kita-Landschaft in den vergangenen Jahren mehr getan als qualitativ. Diesen Nachholbedarf will NRW nicht nur mit dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz), sondern auch mit Unterstützung des Gute-Kita-Gesetzes angehen. Bei der Unterzeichnung des Vertrages am Dienstag (19.11.2019) begrüßte die komba gewerkschaft nrw die Ansätze als weitere wichtige Signale hin zu mehr Qualität.

Jedes Bundesland hatte die Wahl, welche Handlungsfelder aus dem Gute-Kita-Gesetz finanziell unterstützt werden sollen, um die Qualität frühkindlicher Bildung zu verbessern. Die nordrhein-westfälische Landesregierung entschied sich unter anderem für die Förderung qualifizierter Fachkräfte. Demnach erhalten Träger Zuschüsse, wenn sie Erzieherinnen und Erzieher praxisintegriert ausbilden. Zudem wurde der Jahreszuschuss für Weiterbildungsmaßnahmen von Fachkräften verdoppelt. „Damit ist ein wichtiger Schritt zur Fachkräftegewinnung getan. Dem müssen weitere folgen. Beispielsweise muss die generalisierte Ausbildung künftig vergütet werden. Erfreulich ist, dass dieser Aspekt im Kinderbildungsgesetz aufgegriffen wird. So fließen doppelt Gelder in die Stärkung der Fachkräfte“, sagt Sandra van Heemskerk (stellvertretende Landesvorsitzende), die sowohl den Prozess des Gute-Kita-Gesetzes als auch den des KiBiz in Expertengremien aktiv mitverfolgt.

Ein weiteres Handlungsfeld ist die Stärkung der Leitungen durch den Ausbau der Leitungsstunden. „Das ist ein richtiges Signal. Qualifizierte Leitungen sind der Garant für konzeptionell gute Bildungsarbeit und professionelle Personalführung. Ihnen im Arbeitsalltag Zeit für Leitungsaufgaben zu ermöglichen, ist absolut notwendig“, begrüßt van Heemskerk die Wahl.

Einen Baustein aus den möglichen Optionen ließ NRW jedoch unberücksichtigt: der ‚gute Betreuungsschlüssel‘. „Der Betreuungsschlüssel ist der Dreh- und Angelpunkt jeder qualitativ hochwertigen Arbeit. Das KiBiz berücksichtigt diesen Aspekt zwar, aber zusätzliche Gelder aus dem ‚Gute-Kita-Topf‘ wären an dieser Stelle sicherlich sinnvoll gewesen“, ist sich die stellvertretende Landesvorsitzende sicher.

Bis Ende der Woche werden alle 16 Bundesländer das Gesetz unterzeichnet haben. Dann kann die Auszahlung der Mittel erfolgen.

Die Pressemitteilung "Gute-Kita-Vertrag für NRW: Wichtige Investitionen in die Qualität" als pdf-Download.