22.10.2019 / DBB NRW

DBB NRW Meldung: eGovernment Monitor 2019 zur Nutzung und Akzeptanz digitaler Verwaltungsangebote

© geralt / pixabay.com
© geralt / pixabay.com

Roland Staude: Digitalisierte Verwaltung - Anspruch und Wirklichkeit

Die am 16.10.2019 in Berlin vorgestellte Studie stellt u. a. fest, dass sowohl die Nutzung von, als auch die Zufriedenheit mit E-Government-Angeboten in Deutschland seit 2012 mehr oder weniger stagniert. Roland Staude, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes Nordrhein-Westfalen, verwundert das Ergebnis der Studie nicht.Anspruch und Wirklichkeit lägen noch weit auseinander, so Staude heute (22.10.) in Düsseldorf nach Sichtung der Untersuchung. Die Digitalstrategie des Landes sei in der Theorie schön anzusehen. Doch in der Praxis wäre – bis auf die elektronische Gewerbeanzeige und die elektronische Steuererklärung Elster – von interaktiven Angeboten der Landesverwaltung für die Bürgerinnen und Bürger im Internet wenig zu sehen, so Staude. „Wir benötigen deutlich mehr klare einfache und verständliche digitale Dienstleitungsangebote für die Bürgerinnen und Bürger.“

Obwohl 74 Prozent der Bundesbürger inzwischen einen Personalausweis mit digitaler Scheckkartenfunktion haben, nutzen beispielsweise nur sechs Prozent die damit verbundenen Funktionen. Das liegt laut Studie u. a. daran, dass es keine branchenübergreifende digitale Identität gibt. Über 40 Prozent der Bürgerinnen und Bürger nehmen daher Dienste nicht in Anspruch, weil sie keine neue Identität anlegen möchten.
Und fast die Hälfte der Deutschen kann sich bereits jetzt vorstellen, für private Dienste und für Behördengänge auf die gleichen digitalen Identitätsdaten zurückzugreifen, obwohl ein solches Angebot heute noch nicht im Markt etabliert ist.

Nordrhein-Westfalen habe zwar mit dem Service-Konto (eine Identität für alle E-Government-Dienste) einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht, so der DBB NRW Vorsitzende. Doch die richtige Akzeptanz für die Nutzung von E-Government Diensten würde erst mit einer Identität für alle Dienste kommen, vermutet Staude. Das würde nicht nur Chancen für das E-Government, sondern auch für den ganzen digitalen Alltag erhöhen.
 
Die Studie eGovernment MONITOR liefert seit 2012 jährlich ein umfassendes Lagebild zur Nutzung und Akzeptanz digitaler Verwaltungsangebote in Deutschland, Österreich und der Schweiz.