28.03.2019 / komba gewerkschaft nrw

PR/BR-Tagung: Handeln erforderlich

Die Themen „Kommune als attraktiver Arbeitgeber“ und „Gleichstellung“ führten mehr als 200 Personal- und Betriebsräte aus NRW am Donnerstag (28. März) nach Mülheim/Ruhr.

© komba gewerkschaft nrw
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Zwei spannende Diskussionen mit fachkundigen Gästen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. „Ob die Kommune noch ein attraktiver Arbeitgeber ist? Eine Frage, die uns als Gewerkschaft und Interessenvertretung für Kommunalbeschäftigte genauso umtreibt wie die Arbeitgeber und Dienstherren“, macht Landesvorsitzender Andreas Hemsing deutlich, „Ich würde sagen, wenn die Kommunen ihre Rahmenbedingungen vollständig ausschöpfen, können sie den Beschäftigten gerade im Hinblick auf Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf einiges bieten.“
 
Angesichts einer größer werdenden Konkurrenz zwischen Arbeitgebern und aufgrund des demografischen Wandels sieht Hemsing genauso wie Patricia Florack (Studienleiterin am Rheinischen Studieninstitut für kommunale Verwaltung in Köln), Andreas Leinhaas (Leiter des Personal- und Organisationsamtes der Stadt Bonn), Lutz Urbach (Bürgermeister der Stadt Bergisch-Gladbach) und Andreas Wohland (Beigeordneter des Städte- und Gemeindebundes NRW) dringenden Handlungsbedarf.
 
Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung standen genauso im Fokus wie die Qualität und Qualifizierung des Personals. Frei nach dem Motto „Gewinnen ist gut, halten ist notwendig“ thematisierte die Diskussionsrunde auch Faktoren der Personalbindung.
 
Gleichstellung ist ein Thema
 
Die rechtliche Gleichstellung zwischen Mann und Frau mag erreicht sein, die tatsächliche hingegen erfordert noch einiges an Arbeit. Diane Jägers (Leiterin der Abteilung Gleichstellung im Kommunalministerium), Katja Gisbertz (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Neuss) und Anusch Melkonyan (stellvertretende Landesvorsitzende und Vorsitzende der Kommission für Chancengleichheit) gaben eine Bestandsaufnahme. Dabei wurde deutlich, dass noch immer althergebrachte Denkmuster vorherrschen, die aufgebrochen werden müssen. Nur mit einer veränderten Denkweise lassen  sich Rahmenbedingungen hin zu einer größeren Gleichstellung und einer besseren Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege erzielen. Appelliert wurde zudem an die noch nicht flächendeckend etablierte konstruktive Zusammenarbeit zwischen Personal- und Betriebsräten und Gleichstellungsbeauftragten.
 
Einkommensrunde 2019 und Besoldungsanpassung
 
Als dritten großen Themenblock stellten Andreas Hemsing und Hubert Meyers (zweiter Landesvorsitzender) die Ergebnisse der Tarifrunde für die Beschäftigten der Länder sowie die kürzlich beschlossene zeit- und inhaltsgleiche Übertragung auf den Beamtenbereich vor. Landesjugendleiterin Valentina van Dornick nutzte die Gelegenheit, über die bevorstehenden JAV-Wahlen zu informieren.
 
Das Tagungsprogramm, durch das Christoph Busch (stellvertretender Landesvorsitzender und Vorsitzender der Kommission Personalvertretung) führte, bot darüber hinaus Raum für Erfahrungsaustausch und Informationen von Justiziar Eckhard Schwill rund um das Personalvertretungs- und Betriebsverfassungsrecht.
 
Die Vorträge können im internen Mitgliederbereich unter "Downloads" abgerufen werden.